Videos WAVE Trophy Tag 6 und 7

Tag 6

Tag 7

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Video WAVE Trophy Tag 5

Von Locarno am Lago Maggiore nach Zermatt

Was für ein Tag. Heute Morgen hatte es am Lago Maggiore bereits 25 Grad als wir los Richtung Gotthard Pass gefahren sind. Bei traumhafen Wetter sind wir den alten Gotthard hoch gefahren mit Pflastersteinen. Schnell kann man dort eh nicht fahren, aber wir waren im Konvoi für Filmaufnahmen für das Schweizer Fernsehen unterwegs und so langsam, dass ich in den Kehren fast umgekippt wäre. War nicht lustig. An der Passhöhe angekommen bin ich dann alleine weiter über Andermatt zum Furka Pass. Den bin ich dann sehr flott gefahren, ich musste den vorher angestauten Frust vom Gotthart abbauen. Danach gings weiter übers Rhonetal bis nach Täsch, wo wir vom Schweizer Fernsehen empfangen wurden bevor es mit dem Zug weiter nach Zermatt ging. Zermatt ist Autofrei, dort fahren nur Elektrofahrzeuge für den Transport. Wir haben leider keine Bewillingung bekommen, 100 Fahrzeuge waren dann doch zu viel.

Locarno am Lago Maggiore

Passhöhe vom San Gotthard

Auf dem Furka Pass

Raclette in Bitsch

Schweizer Fernsehen bei uns in Täsch

Von Zürich zum Lago Maggiore

Wir sind am Samstag von Zürich mit der WAVE gestartet und haben gleich morgens eine Flugschau des Archaeopterix bekommen, einem Ultraleicht segler der mit einem E-Motor als Aufstiegshilfe dient. Es ist mit 61 kg Leergewicht plus 23 kg Akku und Motor das leichteste E-Flugzeug der Welt.

Weiter gings nach Sankt Gallen und Appenzell zum Übernachten. Dann sind wir über den Flüela Pass weiter bis nach Sankt Moritz. Am Tag drauf sind wir alle im Konvoi gestartet um Filmaufnahmen am Julier Pass zu machen. Wir Motorradfahrer sind zusammen gefahren, wir waren 5 Johammer, 1 Zero S und 2 SR, eine Brammo und eine Energica Eva. Hat mir viel Spass gemacht mit den anderen zu Fahren, vor Allem wusste ich dass alle so ziemlich die gleiche Reichweite haben und genau wie ich laden müssen, war viel entspannter. Nicht wie sonst wenn ich der einzige E-Motorrad Fahrer in der Gruppe bin.


Dann haben wir die Via Mala besucht:


Weiter gings über den San Bernadino Pass bis nach Locarno am Lago Maggiore.

Start der WAVE Trophy 2017 in Zürich

Heute startete die WAVE in Zürich sehr zentral an der Stadthausanlage. Mit dabei waren Pressevertreter aus 10 Ländern, unter anderem aus Australien, Tschechien und USA. 


Anbei noch ein paar Fahrzeuge, die mir besonders interessant erschienen: Eine Neuauflage der BMW Isetta, die Energica Eva, der E-rod sowie ein voll Batterieelektrisches Müllfahrzeug, welches uns die nächsten Tage begleiten wird.

Ein Tag mit der Energica Ego


Um eines vorweg zu nehmen: Ich bin nicht der grosse Motorradkenner und -tester; Meine bisherigen Erfahrungen habe ich mit meiner Zero S 2013 seit nunmehr fast 50 tkm gesammelt. Zudem bin ich die Zero SR und DSR zwei mal je vier Tage bei einem Motomonster Kurventraining am Spreewaldring gefahren. Jeweils einen Tag in der Fränkischen Schweiz hab ich eine Ducati 959 Panigale und eine KTM 690 Duke gefahren, für eine Stunde eine BMW GS im Harz.

Das Display der Ego ist ein LCD in Farbe und im Gegensatz zu KTM Duke auch in praller Sonne gut ablesbar.


Um die Energica Ego zu fahren bin ich vor der WAVE Trophy einen Tag früher in die Schweiz angereist und hab sie mir für einen Tag in Stans in der Schweiz gemietet. Die Umstellung von meiner Zero auf eine Supersportler ist doch recht gross, so dass ich doch nen halben Tag Eingewöhnung brauchte. Die Ego ist mit 280 kg relativ schwer, doch einmal in Fahrt merkt man das Gewicht kaum noch.  Im Stand hilft eine Langsamstufe beim Manövrieren, sowohl vorwärts wie auch rückwärts. Drehmoment und Rekuperation lassen sich getrennt voneinander einstellen. Gasannahme ist elektrotypisch sehr direkt und gleichmässig egal bei welcher Drehzahl und angenehm fein dosierbar, kuppeln und schalten enfällt. Die Rekuperation setzt ein wenn der Gashahn ganz geschlossen wird, dreht man das Gas leicht auf erreicht man das „segeln“ ohne beschleunigen oder abbremsen. Das Spiel ist hier nur minimal und leider nicht so fein dosierbar. Lastwechselruckeln ist nur minimal wahrnehmbar, obwohl die Ego ein Getriebe und eine Kette hat. Das Getriebe ist übrigens gerade verzahnt. Die Ego hört sich dadurch an wie ein Auto im Rückwärtsgang. Ich dachte Anfangs das Geräusch würde mich stören, aber es ist beim selbst fahren nicht sehr laut wahrnehmbar und ich hab mich mit der Zeit dran gewöhnt. 

Die Energica Ego hat ein gerade verzahntes Getriebe und eine Kette. Trotzdem kaum wahrnehmbares Lastruckeln.


Ein besonderes Highlight ist dass die Ego mit CCS schnell geladen werden kann, in weniger als 30 Minuten auf über 80%. Zwar ist der Akku mit rund 10 kWh etwa genau so groß wie der meiner Zero und reicht bei flottem Landstrassentempo gerade mal 100 km, doch die Schnelladung macht einen riesen Unterschied, sofern verfügbar. Mit dem eingebauten 3kW Lader an Typ2 braucht die Ego dafür knapp drei Stunden. 

Der Ladeanschluss für CCS und Typ2 ist bei der Energica Ego clever unter dem Sitz angebracht, dahinter der Lüfter für den eingebauten Lader. Allerdings sind die Abdeckungen nicht verliersicher

So könnte die Zukunft auf der Rennstrecke aussehen, heute schon machbar. Energica Ego an mobilen Schnellader 20 kW in 30 Minuten voll.


Fahrwerk, Bremsen und Antrieb waren aus meiner Sicht Top und vermag ich kaum zu beurteilen. Ich konnte die Ego durch meine kurze Tour in der Schweiz kaum artgerecht und weit unter ihren Möglichkeiten bewegen. Allzu oft ermahnte mich das Navi ich sei zu schnell unterwegs als grade der Spaß einsetzte. So stellt sich die grundlegende Frage nach dem Sinn einer Supersport auf der Landstrasse wie damals bei der Panigale auch. Wer es dennoch versucht wird bei der Ego mit Fahrspass pur belohnt, bei dem der Blick aufs wesentliche betont wird, da schalten, kuppeln usw. entfallen, Vibrationen vom Antrieb fehlen und die Ego sehr ausgewogen und agil fährt. Zudem bleibt der Hintern kühl, im Gegenstz zur Panigale. Ich würde die Ego gerne auf einer Rennstrecke wie den Sachsenring fahren, wo wegen Lärmschutz die meisten Motorräder nicht mehr fahren dürfen.